Und plötzlich war da diese innere Leere

depressionen

Hallo liebe Fitness-Freaks und Interessierten,

kürzlich teilte ich auf Facebook einen interessanten Artikel von Aesirsports.de zum Thema Krafttraining als Therapie, den ich Euch nicht vorenthalten möchte: >>>> (Psychisches) Wachstum durch Widerstand.

Wer mit Leidenschaft eine Sportart betreibt, sei es Krafttraining, Laufen etc., der kennt sicher das gute Gefühl, wenn die Endorphine nach einem harten Workout den gesamten Körper durchströmen.
Angestauter Stress wird abgebaut, der allgemeine Gemütszustand verbessert sich. Erfolge motivieren und stärken unser Selbstbewusstsein.
Daher wird Sport auch vielfach im Kampf gegen Depressionen eingesetzt.

Die körperliche Aktivität kann bei Depressionen ein wirksames Therapeutikum sein, doch oftmals sind Betroffene kraft- und antriebslos, sodass der Sport zwar positiv einwirken könnte, jedoch
durch die Unregelmäßigkeit der Ausführung oft nicht zur Geltung kommt. Natürlich stellt Bewegung, auch in hoher Frequenz, kein Allheilmittel dar.
Die Behandlung durch einen qualifizierten Psychotherapeuten, einer kognitiven Verhaltenstherapie oder -je nach Schweregrad- auch der Einsatz von Medikamenten, ist daher unabdingbar.

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff depressiv häufig für eine Verstimmung verwendet.
Im psychiatrischen Sinne ist die Depression jedoch eine ernste, behandlungsbedürftige Störung, die sich der Beeinflussung durch Willenskraft oder Selbstdisziplin des Betroffenen entzieht.

Quelle: Wikipedia

Die Diagnose in meinem engen Umfeld nahm ich als Anlass, um mich intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen.
Mir wurde schlagartig klar, wie wenig ich immer noch über diese Krankheit wusste.
Ich frage mich seither, ob man solche schwerwiegenden Ausmaße verhindern oder zumindest minimieren könnte, wenn man ihr mehr Aufmerksamkeit schenkt, verstärkt informiert, um sie ein Stück weit aus der Tabuisierung hinauszubewegen?

Begreiflich zu machen, dass es sich dabei nicht um “ein bißchen schlechte Laune” handelt, sondern mit sichtbaren Erkrankungen gleichzusetzen ist, die JEDEM von uns widerfahren kann.
Als eine Krankheit, die man ganz selbstverständlich äußern kann, wie chronischer Reizhusten oder Angina, bei welchen man gute Besserung gewünscht und keine lapidaren Tipps wie „Dann musst Du einfach mal öfter positiv denken“ bekommt.
Bei der man keine peinliche Stille erwarten muss oder der Blick nicht erwidert wird, da die Gedanken verborgen bleiben sollen.
Der Punkt ist: Positive Erlebnisse, Worte oder Taten berühren depressive Menschen einfach nicht, wie sie es vielleicht „tun sollten“.

Symptome erkennen


Gefühle:
  Betroffene sind unglücklich, die Stimmung ist bedrückt, niedergeschlagen, verzweifelt oftmals resigniert.
Gefühle der Angst, Schuld und Hoffnungslosigkeit dominieren.
Es kommt vor, dass Erkrankte selbst bei „Kleinigkeiten“ in Tränen ausbrechen.
Ein stark depressiver Mensch kann positive Erlebnisse oftmals nicht als solche wahrnehmen. Viele beschreiben ein Gefühl der „inneren Leere und Gefühlslosigkeit.“
Sie leiden daran, keine Liebe mehr empfinden zu können und fühlen sich oft innerlich stumpf und abgetötet.

Verändertes Erleben und Verhalten: Depressive Menschen leiden häufig an Kraft- und Antriebslosigkeit. 
Viele erleben eine starke innere Unruhe. Sie sind nervös, gestresst und können nicht entspannen.
Typisch für Depressionen ist das grüblerische Denken, bei denen sich die Gedanken im Kreis drehen, aber zu keinem sinnvollen Ergebnis führen.
Die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, ist stark herabgesetzt.
Bereits banale Fragen können bei einer schweren Depression ein grüblerisches Abwägen erzeugen, bei denen sich Betroffene hin- und her gerissen fühlen, und unfähig sind zu einer Antwort zu gelangen.
Menschen mit Depressionen haben große Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, das Denken und Handeln der Patienten ist verlangsamt.

Selbstwert: Betroffene sind äußerst dünnhäutig und können Kritik nur schwer ertragen. Das eigene Selbstwertgefühl ist insgesamt deutlich herabgesetzt.
Sie suchen häufig die komplette Schuld bei sich selbst.
Menschen mit schweren Depressionen empfinden sich oftmals als Last für ihre Umgebung und entwickeln nicht selten Suizidgedanken.
Man geht davon aus, dass rund 50 % der Menschen, die einen Suizid begehen, auch an einer Depression gelitten haben.

Soziale Kompetenz: Der Erkrankte zieht sich oft zurück, stellt Hobbies ein oder sagt häufig unter Vorwänden Verabredungen ab.
Dadurch fällt es Betroffenen schwer, Kontakte aufrechtzuerhalten bzw. neue Kontakte zu knüpfen.
Die Betroffenen wissen oft nicht, wie sie sich helfen können, bzw. tun Dinge, die auf das Umfeld schlicht unerklärlich, absurd und teilweise auch sehr verletztend wirken.
Damit umzugehen erfordert als Angehöriger/Partner sehr viel Kraft und Nerven.

Hinzu können körperliche Symptome, wie Schlafstörungen, Gewichtsverlust oder – zunahme, Libidoverlust, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Atemprobleme oder Herzrasen, Magen-Darm Beschwerden und Kreislaufprobleme kommen.

Die Unterschiede in den Kernsymptomen sind bei beiden Geschlechtern gering.
Während jedoch bei Frauen verstärkt Phänomene wie Mutlosigkeit und Grübeln zu beobachten sind, wurde bei Männern eine Tendenz zu aggressivem Verhalten festgestellt.

Bei der Recherche zu diesem Thema bin ich auf einige interessante Seiten und Beiträge gestoßen, die ich gerne mit Euch teilen und dem einen oder anderen als Hilfe mitgeben möchte.
Vielleicht kennt Ihr weitere interessante Links, dann schreibts mir doch gerne in die Kommentare, sodass ich diese Liste erweitern kann.


Hast Du auch schon mit dieser, nicht so leicht greifbaren, Krankheit Erfahrungen gemacht? Erzähl mal! 

 

5 thoughts on “Und plötzlich war da diese innere Leere

  1. Ich habe gemerkt, wie ich verstärkt depressiv wurde, als ich die falsche Pille genommen habe. Also die „falsche“ für mich und meinen Körper. Die letzte Pille, die ich einnahm, bewirkte bei mir vermehrt depressive Gedanken, eine negative und niedergeschlagene Grundstimmung. Vor mehr als einem halben Jahr abgesetzt, fühle ich mich nun deutlich besser, lebensfroher und wieder mehr „wie ich“.
    Depressionen kenne ich auch noch von früher aus meiner Kindheit, da ich oft in der Schule gemobbt wurde und mich ausgeschlossen fühlte. Dies wurde dann besser, als ich anfing den Kontakt zu bestimmten Personen zu meiden und meinen eigenen Weg zu gehen. Seit dem Studium ging es dann nur noch bergau, abgesehen von dem „Rückschlag“ dank der Pille. Aber das ist ja nun auch Vergangenheit.

    1. Freut mich sehr, dass es Dir wieder besser geht!
      Die Symptome, in Zusammenhang mit der Pille, kenne ich leider auch zu gut.
      War für mich auch einer der Gründe künftig darauf zu verzichten. 🙂

  2. Depressionen sind wirklich, wie du schon schreibst, eine Krankheit, die immer noch viel zu sehr tabuisiert wird. Menschen mit Depressionen „sollen sich nicht so anstellen“, aber wer an Asthma oder Migräne leidet, dem wird Verständnis entgegen gebracht. Ich will diese Krankheiten nicht runter spielen aber Depressionen stehen ihnen eigentlich in nichts nach. Und aus allernächster Nähe betrachtet kann ich sagen, dass es schlimm ist, den Betroffenen nicht wirklich helfen zu können und dass sie auch sich selbst oft nicht helfen können, obwohl sie die Krankheit durchaus erkennen. Ich finde, man sollte es nicht so stigmatisieren, denn darüber zu sprechen kann den Menschen schon viel helfen!
    Liebe Grüße,
    Kathi

    1. Du sprichst zwei sehr wichtige Punkt an. Die Betroffenen wissen oft nicht, wie sie sich helfen können, bzw. tun Dinge, die auf das Umfeld schlicht unerklärlich, absurd und teilweise auch sehr verletztend wirken. Damit umzugehen erfordert als Angehöriger/Freund/Partner sehr viel Kraft und Nerven.

      Darüber sprechen zu können, ist so viel Wert.
      Ich höre von vielen Seiten, dass depressive Menschen, die ihre Diagnose letztendlich kannten (und akzeptiert haben), auch etwas besser damit umgehen konnten. Viele Verhaltensweisen und Symptome wurden irgendwo greif- und nachvollziehbar und ist etwas, womit man „arbeiten“ kann.

  3. Ich hatte im Laufe des Lebens bisher leider (leider für die Personen, ich bin froh, dass ich sie kenne 😉 ) schon einige Menschen im engeren Umfeld, die an Depressionen litten und auch in Behandlung waren. Was ich auch bemerkt habe, ist, dass das vielleicht für einige teilweise unerklärbare Verhalten dieser Personen erst dann akzeptiert wird, denn die Diagnose „Depression“ oder meinetwegen auch eine andere psychische Krankheit genannt wird.
    Was finde ich auch viel mehr Aufmerksamkeit benötigt ist, dass viele Menschen, auch jene die vielleicht keine diagnostizierte Krankheit haben mit Schwierigkeiten oder „Verstimmungen“ zu kämpfen haben. Ich habe weniger die Erfahrung gemacht, dass Depressionen nicht verstanden werden (vermutlich auch, weil viele Personen in meinem Umfeld Diagnosen haben), sondern eher, dass von Menschen, die keine Diagnosen haben erwartet wird, dass sie sich „mainstream“ verhalten und perfekt funktionieren müssen. Im Grunde brauchen wir allgemein ein bisschen mehr Verständnis und Mitgefühl für jede individuelle Person. Das fehlt vielen finde ich. Viele denken einfach, dass „wenn ich das kann, kannst du das auch“ „wenn es mir in der Situation so geht, geht es anderen in der Situation auch so“. Dabei hat einfach jeder eine andere Art mit etwas um zu gehen, der eine kommt mit einer Situation klar, ein anderer eben nicht und auch das finde ich, braucht einfach mehr Verständnis.

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