Low/No Carb vs High Carb – Der ewige Kampf

kohlenhydrate

Liebe Fitness-Freaks und Interessierten,

der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Aber wer ist eigentlich gut und wer böse?
Wie so oft im Leben sollte man die Wahrheit dazwischen suchen, in den Shades of Grey sozusagen.

Es wird natürlich gerne polarisiert, das erzeugt Gegenwind, aber auch Zustimmung von Menschen, die sich angesprochen fühlen.
Wird so von einem Bein aufs andere gesprungen, um für Wirbel zu sorgen und die Leute bei der Stange zu halten? 😉

Seitdem ich das Programm von Vegan6pack absolviere und meiner Ernährung zuvor durchaus etwas mehr Gewicht hätte verleihen können, gehe ich seit knapp 3 Monaten disziplinierter vor.
Die Ernährungsrichtlinien helfen mir bei der Orientierung.
Meine Devise war zwar zuvor auch schon, möglichst frisch zu kochen und auf Fertigfutter zu verzichten, seit ich jedoch mehr Vollkornprodukte in meinen Speiseplan integriert habe und auf meine Eiweißzufuhr achte, bin ich mit meinen Fortschritten sehr zufrieden.

Ich lebe nicht nach einer bestimmten Diät, sondern ziehe das für mich Positive heraus.

Frische Zutaten, Ballastoffreiches Gemüse, ich verzichte weitestgehend auf Weizen *, Gluten und raffinierten Zuckertrinke  mindestens 3 Liter Wasser pro Tag und achte auf die Deckung meines Eiweißbedarfs mit pflanzlichen Proteinen.

Sicher reizt es mich, mein heiß geliebtes Feierabendbier zu trinken oder vor dem Fernseher Chips in mich reinzuschaufeln, aber die Blockade es eben nicht mehr ständig zu tun, ergibt sich völlig automatisch, wenn man die ersten Erfolge auf der Wage bzw. im Spiegel wahrnimmt.
Es geht mir nicht darum, mein Leben lang auf alles zu verzichten oder krankhaft zu verteufeln, sondern schlechte Gewohnheiten abzulegen und meinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, damit das Immunsystem fit und gesund bleibt.

Ich lebe mittlerweile seit fast 4 Jahren vegan und esse mehrmals die Woche Vollkornprodukte, viel Gemüse und Hülsenfrüchte (sogenannte komplexe „gute“ Kohlenhydrate).
Sie schmecken mir und sättigen mich langanhaltend.

Kohlenhydrate sind nicht grundsätzlich schlecht!

Sie planen auch kein Attentat auf Deine Fettverbrennung nach 18 Uhr.
Und doch werden sie so oft verteufelt und fast schon panisch und radikal vom Speiseplan gestrichen.
Sie unterscheiden sich im Aufbau und damit in ihrer Wirkung auf den Blutzuckerspiegel des Menschen.

Ein klassisches Beispiel beschreibt meine Umzugsphase vor wenigen Monaten…
Spuren der Fettpolster und Rettungsringe, die sich häuslich auf Hüften und Bauch niedergelassen haben. Psychische Ausgeglichenheit = Fehlanzeige.
Ich hatte ca. 4,5 Monate, meine Ernährung betreffend, richtig geschlampt und in der Zeit auch keine Hantel zu Gesicht bekommen.

Meine entstandene Wampe konnte man hier vor Kurzem „bewundern“. Diese resultierte aus Weizenmehl- und raffinierten Zucker-Konsum, in Form von Döner, Dürüms und maximal klebrigen Donuts im Überfluss, gepaart mit zero Bewegung.
Ich fiel regelrecht in ein Loch, fühlte mich träge und aufgebläht. Nach nur wenigen Stunden hatte ich erneut (Heiß)hunger und stalkte den Kühlschrank.

Nachdem ich mich wieder im Griff hatte und der Umzug geschafft war, ernährte ich mich kohlenhydratreich jedoch ausgewogen und mit frischen Zutaten.
Das Gewicht ging wieder runter und die Wampe war innerhalb von 4 Wochen weg.
Zudem habe ich im Alltag viel seltener mit Heißhungerattacken zu kämpfen, wenn ich unverarbeitete Lebensmittel und vorwiegend komplexe Kohlenhydrate wähle.

Am Ende des Tages sind es nicht die Kohlenhydrate, die eine Gewichtszunahme verursachen, sondern das „ZU VIEL“ einer einseitigen und ungesunden Ernährungsweise, durch industriell verarbeitete Lebensmittel und mangelnder Bewegung.

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Die Integration einer Diät muss in den Alltag und zu Deinen Zielen passen!

Die Kombination aus regelmäßiger Bewegung und der Versorgung des Körpers mit allen wichtigen Nährstoffen, ist für mich persönlich entscheidend.
Ob das nun Low Carb, High Carb oder schlag mich tod Carb ist, empfinde ich persönlich als nebensächlich.

Die beste Diät ist die, die man auch tatsächlich umsetzen und konsequent durchhalten kann.
Entsprechend der Wortherkunft sollte man seine Lebensweise anpassen.
Weg von fast & dirty und Däten, bei denen Du alles vermisst = Hin zu Entschleunigung und puren Lebensmitteln. Und wenn es einmal schnell gehen muss, dann hilft Dir das Vorkochen ungemein.

Einen kompletten Verzicht auf Deine Favoriten wirst Du nicht durchhalten und wenn doch, wirst Du nicht glücklich damit. Wer will schon unglücklich sein?
Schau mal zum Horizont, da kommt er auf Dich zugerannt, der Jojo-Effekt.
Darf ich vorstellen?  Mr. Jojo-Effekt & Frau IchVerzichteAufAlles reichen sich die Hand.
Sie sind auf ewig verheiratet und nur der Tod darf trennen, was die Frauenzeitschrift vereint hat.

Also MACH DICH… ok, das Wort dudelt gerade sehr penetrant im TV rauf und runter. Sagen wir lieber: Löse Dich davon!
Denn genau da liegt meist das Problem.

Ich sehe keinen Sinn darin, alle 5 Minuten mit Schwindel oder Heißhungerattacken zu kämpfen, weil ich mich beim Essen komplett einschränke oder mich auf eine Diät versteife, in der bestimmte Makronährstoffe vollkommen tabu sind.
Extrem verbissen Lebensmittel zu verteufeln und 3 Stunden für den Einkauf einzuplanen, weil man die Zutatenlisten studieren muss, erzeugt in Dir vielleicht im ersten Moment ein gutes Gefühl, weil Du konsequent und standhaft geblieben bist, aber am Ende des Tages stresst Du Dich nur unnötig selbst.
Irgendwann wird Dein Körper Signale von sich geben, die ihren Grund haben. Und wenn Dein Körper nach Kohlenhydraten schreit, dann mit Recht.

Ich möchte nicht abstreiten, dass eine Low Carb Diät durchaus Erfolge verzeichnet, aber ich sehe sie nicht als Dauerlösung an, um sein Gewicht zu halten.

Letzten Endes sollte jeder für sich selbst wählen, was ihm gut/nicht gut tut und was für ihn im Alltag umsetzbar ist, um seine Ziele zu erreichen.
Es gibt Menschen, insbesondere sportlich aktive, die benötigen nach Anstrengung ihre Ration Kohlenhydrate, um leistungsfähig zu bleiben und den Körper schnell wieder mit Energie zu versorgen  bzw. die Glykogenspeicher aufzuladen.
Andere fühlen sich, nachdem sie kohlenhydratreich gegessen haben, müde und kommen nicht mehr in die Gänge.

Fakt ist jedoch:

Um die beiden Komponenten, ausgewogene Ernährung und Sport, wird man nie herum kommen, wenn man gesund abnehmen, Muskeln aufbauen oder langfristig sein Gewicht halten möchte.

Auf welcher Seite stehst Du? Eher high, low, oder bist Du mit der Cow auf einem flow? ^^ Erzähl mal! 😉 

mka

3 thoughts on “Low/No Carb vs High Carb – Der ewige Kampf

  1. Die Carbs sind ja echt so ein Feld, an dem sich die Geister scheiden.
    Low Carb hab ich mal versucht, aber auf Dauer nicht durchgehalten. Im Sommer wars einfach, weil mich da mittags auch Salate total satt gemacht haben, aber je dunkler und deprimierender es wurde, desto mehr habe ich mich über Nudeln und Kuchen gefreut 😉
    Ich esse seit vier Wochen vegan und achte seitdem natürlich generell mehr auf das, was ich esse. Auch wenn ich nicht komplett der „Vegan for Youth“-Challenge folge, mit der es angefangen hat, bin ich mit Wochenplänen und ausgewogenen Rezepten einfach besser dran.
    Und da ist es dann mal eben auch „echte“ Pasta statt Zucchininudeln. Die Mischung machts für mich.
    Liebe Grüße!

  2. Puh, ja. Das Programm von der Thiel habe ich ja nun Ende Dezember absolviert und für mich fertiggestellt 😀 Ich nicht viel abgespeckt, wobei ich das auch nicht wirklich erwartet habe. Ich bin mit 1,72m und 59 kg eben schon in einem Bereich, wo andere sagen würde „Öh ja, das ist aber auch Meckern auf hohem Niveau!“. Ja, mag sein, aber jeder hat so seine Problemzonen und das Gewicht allein sagt bekanntlich nun auch nicht alles aus. Trotzdem ziert sich mein Körper ungemein, die letzten Pölsterchen anzugreifen ^^

    Zu Beginn des Trainings waren vier Wochen Low Carb, in der Zeit wechselte ich ja dann auch zur veganen Ernährung. Low Carb war okay zu Beginn, mittlerweile ist Low Carb für mich aber einfach nicht ausreichend. Mir fehlt einfach die Energie. Zwar esse ich auch jetzt hin und wieder ein Mittagessen ohne großartige KH-Quelle, aber das möchte ich nicht ständig. Ich bin danach so kraftlos. So hungrig, hab nen Loch im Bauch. Wenn dann am Abend mein Training ansteht, merke ich einen deutlichen Leistungsabfall.

    Mitgenommen aus ihrem Programm habe ich für mich vor allem eine Trainingsroutine, die ich auch jetzt noch beibehalte und mit der ich mich steigern kann. Alle vier Wochen setze ich neue Reize in Form eines veränderten Trainings. Die Ernährung belasse ich aber jetzt so, dass ich fast jeden Tag alles auf meinem Tellerchen vorfinde: Gute KH und pflanzliche Proteine. Keine großartige Diät, kein großartiger Kalorienverzicht. Mal sind es weniger Kalorien, mal mehr. Ich möchte das auch nicht zählen.

    Trotzdem habe ich den Eindruck, dass ich mit meiner aktuellen Ernährung und dem jetzigen Training mein Ziel erreichen kann. Wenn ich meinen jetzigen Körper mit meinem von vor einem Jahr vergleiche, bin ich viel definierter geworden. Auch kann ich sowohl mehr Kraft als auch ein größeres Muskelvolumen an Armen und Beinen verbuchen. Die Muskulatur am Bauch zeichnet sich auch langsam ab. Alles langsamer, als ich es mir vor einem Jahr erhoffte, aber hey, vielleicht funktioniert es für MICH einfach nur so. Also werde ich dranbleiben und früher oder später erreiche ich, was ich erreichen möchte, davon bin ich überzeugt. Auch ohne Diät, Low Carb, HCLF und all das Zeug.

    Sehr schönes neues Layout für Dein Blog übrigens, gefällt mir wirklich gut! :-))
    Gini kürzlich veröffentlicht…Blogger BIOty Box #3: Geben und NehmenMy Profile

    1. Dankeschön, das freut mich. 🙂

      Ich kann Dich vollkommen verstehen, mein Hauptanliegen war zu Beginn auch nicht das Abnehmen, sondern eher das Formen und Definieren. (Nach meinem Umzug sah das etwas anders aus, in der Zeit hab ich tatsächlich ganz schön zugelegt. :-P)
      Es ist relativ Wurscht, ob man im Verhältnis wenig Kilo auf die Wage bringt.
      Durchtrainiert sieht eben doch nochmal anders aus als Skinny Fat. 🙂

      Die Hauptsache ist, dass Du mit dem Abschluss des Programms und Dir zufrieden bist und die Routine beibehalten kannst. Schreibst Du zu dem Programm noch ein Fazit?

      Vegan6pack stellt z.B. Trainingspläne für insgesamt 8 Monate zur Verfügung. Du wirst also langfristig begleitet und ich merke jetzt nach 3 Monaten, wie ich meine Ernährung, bei der ich zuvor doch immer mal wieder geschlampt habe, erfolgreich umstellen konnte.
      Mittlerweile ist es für mich ganz normal zu Vollkorn anstatt zu Weißmehl oder häufig zu Hülsenfrüchten zu greifen.
      Dazu kommt, dass ich meinen Hintern 3 mal die Woche ins Fitti bewege, obwohl ich so oft schon als Gym-Karteileiche geendet bin.
      Das ist kuhl, macht Spaß und ich fühl mich einfach wohl. 🙂

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