FUCK HATE SPEECH

Liebe Interessierten,

das Internet – unendliche Weiten.
Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Dies sind die Abenteuer des neuen Social Media Users XYZ, der im World Wide Web unterwegs ist, um Gleichgesinnte zu treffen.
Bekannte Lebensformen und Monokulturen.
XYZ dringt dabei in Foren ein, dessen Gründer und Nutzer noch nie zuvor die Welt gesehen haben.

In der analogen Welt ist der Mensch oft voreingenommen durch Äußerlichkeiten.
Wie praktisch, dass es die digitale Welt gibt, sollte man meinen… denn hier kannst du deinen ersten Eindruck selbst bestimmen und dein Auftreten planen.
Du brauchst keine Angst haben vor Mundgeruch, schwitzigen Händen, oder Flecken auf der Hose.
Du kannst humorvoll sein, nett, kreativ, interessant, es gibt tausend Möglichkeiten.
Schade, dass sich so viele Nutzer für das Attribut „Arschloch“ entscheiden.

Das anonyme Internet lässt grüßen

Unüberlegt aber mit voller Überzeugung werden Fake-News, Relativierungen und Hetze geteilt, die zuvor als minimal geistiger Gehirnauswurf von Verschwörungstheoretikern bei Facebook gepostet wurden.
Muss ja was Wahres dran sein, wenn es im Netz steht. Oder: Nie war pöbeln so einfach!

In einer freien Gesellschaft, und so würde ich auch das Internet definieren, sollte jeder alle Freiheiten haben, solange sie nicht die eines anderen einschränken oder zu einer Einschränkung aufrufen.

Du bist kein Held und schon gar nicht der Nabel der Welt, weil du nur deine eigene Ideologie tolerierst und dein Revier befreit von Menschen wissen willst, die nicht in deinen engen Horizont passen.

Aber, wer widerstrebt ist, ein gemeinsames Miteinander zu schaffen, weil er mit sich selbst nicht im Reinen ist, weil es gerade regnet, oder weil er entschieden hat ein Arschloch zu sein, sollte sich bewusst machen, dass sich Namen, Arbeitgeber und viele andere private Informationen googeln und zurückverfolgen lassen.
Dies kann äußerst unerfreuliche Konsequenzen, wie Kündigungen und/oder Geldsstrafen nach sich ziehen.
Vielleicht regt es aber auch zum Nachdenken an, welchen geistigen Dünnschiss man verbreitet hat, der über viele Jahre von tausenden Menschen gelesen und weitergeleitet werden kann.

Was ursprünglich für den konstruktiven Austausch gedacht war, wird genutzt, um andere zu diffamieren oder seinen eigenen Frust abzuladen.
Mittlerweile kann man sich das Kommentarfeld als stetig wachsende Hexenjagd vorstellen, bei der die Tastatur als Mistgabel fungiert.

Dem sollte man entgegenwirken, sonst fließen solche Inhalte bald wie eine Lawine durch die Welt, zerstören Schönes & ersticken alles Lebendige.
Niemand sollte dafür gefeiert werden, weil er etwas kaputt macht oder Menschen erniedrigt.
Man erinnert sich mit Freude an Personen, die etwas Gutes erschaffen haben.

Konstruktive Kritik ist gut, sachliche Diskussionen sind gut!

Diese Dinge bringen uns weiter, wir entwickeln uns durch sie.

Was niemandem etwas bringt, sind Beleidigungen, Hatespeech, exzessiv und bewusst negative Stimmung verbreiten.

Wir müssen nicht alle gleich sein! Wir müssen nicht alle hetero, Christen, mit Modelmaßen gesegnet, blond, deutsch, weiß und mainstream sein.

Und die Moral von der Geschicht:

Im Internet existiert keine Kommentier-Pflicht.

Wenn etwas nicht deinen Geschmack trifft >>> Think before you post oder klicke das X am rechten oberen Bildschirmrand.
Sei nicht wie User XYZ – Hatespeech ist FALSCH und das Internet kein rechtsfreier Raum, der einen durchaus auch im real life derbe in Schwierigkeiten bringen kann. 😉

Wie sind deine Erfahrungen im Netz? Auch schon einen Shitstorm erlebt, oder gar ausgelöst?
Merkst du an dir selber, dass du im Internet anders agierst? Stichwort: Dr. Jekyll und Mr. Hyde? Erzähl mal! 😉 

4 thoughts on “FUCK HATE SPEECH

  1. Danke für dein starkes Statement.

    Schädlicher als die, die das Attribut „Arschloch wählen und „mit voller Überzeugung“ solche Dinge verbreiten, finde die, die es aus Naivität, Dummheit, Grundmisstrauen oder Mangel an Medienkompetenz tun.
    Für die haben ich eine Anleitung geschrieben (mit den Arschlöchern hab ich weder virtuell noch real was zu tun):
    http://neunmalsechs.blogsport.eu/2015/medienkompetenz-101/
    Carsten kürzlich veröffentlicht…Rauchiger KicheraufstrichMy Profile

    1. Vielen Dank: zuerst denken, dann teilen!
      Es ist richtig und wichtig, dass Du darüber aufklärst und ich empfinde es absolut nicht als belehrend oder arrogant.
      Bei verunsicherten Menschen lösen diese ganzen Unwahrheiten Angst aus und sie finden in den Artikeln (respektive bereits in der Überschrift) scheinbar ganz einfache Antworten.

      Sehr hilfreich und informativ ist auch Deine Liste der klar rechtsradikalen Informationsquellen und Hetzplattformen.

      PS: Anderes Thema – Du hattest mich mal in der Liste der Darmstadtblogger verlinkt, ich wohne mittlerweile nicht mehr dort.
      Evtl. hast Du es auch bereits korrigiert, konnte es auf Anhieb nicht finden. 😉

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