KotzKuh Part 1 – Ene mene Muh, der schlechtere Veganer bist Du

Hallo liebe Veganesen und Interessierten,

nun, ich gebe zu, dass mich die Frage: „Warum einen Ersatz suchen? Dann kann man auch weiterhin das Original essen!“ immer wieder kurzzeitig aus dem Konzept bringt.

Die Diskussionen laufen letzten Endes darauf hinaus, dass die Fragesteller nicht nachvollziehen können, warum man sich „Ersatz“ für etwas sucht, wenn man sich aus Gründen der Ethik davon distanzieren und mit dem Thema „Fleisch“ respektive dem Konsum von tierischen Produkten abschließen will.
Man dürfte konsequenterweise auch nichts kaufen, das so aussieht und schmeckt wie Fleisch oder Produkte erwerben, auf denen steht: „kann Spuren von Milch etc. enthalten“.

Auf dieses Thema möchte ich gerne näher eingehen und ein bißchen die Kotzkuh rauslassen, da es mir in der Tat schon häufiger begegnet ist.
Ich werde zudem nach 4 fleischfreien Jahren noch als „Trendveganerin“ bezeichnet  und bin äußerst gespannt, in wieviel Jahren ich den Sprung in die „Exclusive Real Veganism“ Riege schaffe.
Bin schon wahnsinnig hibbelig. NICHT.

Vegan leben bedeutet für mich, tierische Produkte, so weit es möglich ist, zu meiden und nicht auf etwas zu verzichten, was auch nur ansatzweise wie Fleisch aussieht oder schmeckt.

Wem hilft es, wenn ich auf Ersatzprodukte oder „Nachbauten“ verzichte, weil der Geschmack oder der Name dem ähnelt, was ich seit vier Jahren aus ethischen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr essen möchte?

Geschmeckt hat mir Fleisch vor meiner Veggie-Zeit, auch wenn ich es recht selten konsumiert habe, immer… oder meistens. Sauerbraten, Bolognese und Sushi gehörten zu meinen Lieblingsgerichten.
Aber mit dem Wissen, dass es sich dabei um Lebewesen handelt, die für mein Essen geschlachtet und womöglich schlecht gehalten wurden, habe ich mich dagegen entschieden und greife, wenn ich Appetit auf den Geschmack habe, auf Ersatzprodukte zurück, denn diese Gerichte lassen sich ganz unkompliziert veganisieren.
Und da ich damit niemandem weh tue, indem ich diese Alternativen esse, spricht definitiv auch nichts dagegen.

Mittlerweile gibt es wahnsinnig viele Möglichkeiten und wir können unsere Nahrung so gestalten, dass kein Tier dafür leiden oder sterben muss.
Auch die vegane Restaurant-Szene, Rezeptdatenbanken und Auswahl der Kochbücher * wächst.

Es wurden in vielen Städten und Einrichtungen vegane Alternativen eingeführt.
Ein weiterer Schritt in Sachen Tier- und Umweltschutz wurde geschaffen.
Der Zeigefinger-Veganer findet: „Warum denn so halbherzig, man HÄTTE den Fleischkonsum auch komplett abschaffen können!“

Alverde gehört zu den Marken, die keinerlei Tierversuche durchführen lässt, der Zeigefinger-Veganer klagt jedoch an, dass jeder, der Alverde Produkte kauft, automatisch auch Tierversuche unterstützt, da die Produkte in den Dalli-Werken produziert werden.
Diese gehören zur Grünenthal GmbH und so weiter und sofort… je tiefer man gräbt, umso mehr findet man bestimmt.

Jeder trifft seine Entscheidungen selbst, ob nun beim Essen, seiner persönlichen Einstellung, Kleidung, Technik etc… Nur weil ich vegan lebe und einen nachhaltigen Lebensstil anstrebe, ist niemandem damit geholfen, wenn ich noch vorhandene Leder/Wollklamotten auf den Müll schmeiße. Ich versuche eben künftig möglichst fair und nachhaltig einzukaufen.
Zum Thema grüne Mode und der Zeigefinger-Mentalität hat auch Madlenboheme einen interessanten Artikel geschrieben.

Es gibt keinen Grund sich gegenseitig zu toppen.  Den Tieren und den Kindern, die mit ihren kleinen Händen die neuesten Handys zusammenbauen, ist es scheißegal, ob DU der tollste Veganer und Weltverbesserer bist.
Wenn man sich vornimmt, aus Gründen der Ethik, seiner Gesundheit oder, warum auch immer, seinen Fleischkonsum einzuschränken, dann ist das eine Entwicklung.
Wenn man künftig öfter mal in Second Hand Läden oder bei einem Eco Fashion Label shoppt, dann ist das eine Entwicklung.
Jeder Schritt zählt.

Ich möchte niemanden durch Ausgrenzung oder mit dem erhobenen Zeigefinger überzeugen, sondern möchte informieren, vorleben, und alternative Wege aufzeigen.

Aus dem Grund, und auch, weil ich selber mal Fleisch gegessen habe, werdet Ihr nicht von mir lesen, dass Fleischesser Mörder oder Tierquäler sind oder das ich meine fleischessende Familie oder Freunde künftig aus meinem Leben streichen werde.
Wir sind schließlich alle schon groß und können selbst wählen, wohin die Reise geht.

Allergisch reagiere ich allerdings auf Aussagen, die keinerlei Diskussionsgrundlage bieten, sondern lediglich meine Lebensweise angreifen sollen.
Damit switche ich zusätzlich, und weil ich grad in Fahrt bin, von den Zeigefinger-Veganern zu den Vegan-Hatern. ^^

„Hitler war auch Vegetarier“ Na zum Glück hat er zeitnah ins Gras gebissen.

„Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen!“ Ja, und jetzt hat er damit aufgehört. Genauso wie er irgendwann aufgehört hat in den Wald zu kacken.

„Veganer essen meinem Essen das Essen weg“ Und dein Essen isst mein Essen, damit dein Essen mein Essen, weniger essen muss, als dein Essen… Think about it!

„Veganer sind Scheisse“ Wusste ich nicht. Ich trag mir ein Memo ein.

„Also ich könnte das ja nicht…“ Warum rechtfertigst du dich ohne jegliche Notwendigkeit?

„Ich lass mir doch von den kommunistisch angehauchten Grünen mein Fleisch nicht verbieten! Tofu!? Bäh! Braucht die Welt nicht!“ Super, bleibt mehr für mich.

Meine Vision ist es, mit MuhKuhAddict zu zeigen, dass es auch viele leckere Rezepte ohne Fleisch oder Kosmetik ohne Tierversuche gibt und das man als Veganer(in) sportlich und vor allem fit sein kann.

Wer sich Anregungen bei mir holen möchte, ist jederzeit herzlich eingeladen, auch wer generelle Fragen zum Thema Veganismus hat.
Dabei ist es vollkommen egal, ob Du Veganer, Vegetarier oder Fleischesser bist… solang Du Dich für die vegane Lebensweise interessierst, versteht sich. 😉
Aber ich will und werde niemandem vorschreiben, was er/sie zu tun hat oder wie weit man mit seinen Philosophien und Idiologien gehen soll.

Ihr dürft und müsst selbst für Euch entscheiden. Immer und in allen Belangen.

In diesem Sinne, freue ich mich jederzeit über Interessierte, wie ich ja auch fast jeden meiner Artikel beginne. 😉

Wo findet man Dich? Bei den Vegan-Hatern, den „Exclusive Real Veganism“, oder bist Du auch nur einer dieser Hipster-Trendveganer? 😉
Oder passt Du in gar keine Schublade? Erzähl mal! 😉

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8 thoughts on “KotzKuh Part 1 – Ene mene Muh, der schlechtere Veganer bist Du

  1. Auch wenn dein Post schon etwas her ist, möchte ich ein paar Worte hier lassen.

    Ich mag zwar noch nicht „so erfahren sein“ wie du -habe erst vor einiger Zeit die Ernährung zunächst auf milchfrei, dann auf vegan umgestellt- bin aber erstaunlicherweise schon recht häufig diesem Gerede über den Weg gelaufen.
    Ich war vorher ein absoluter Fleischesser, weshalb das Unverständnis aus dem Bekanntenkreis rießig ist. Immer wieder muss ich Fragen beantworten: „Warum? Tut das Not?“
    Die Familie kann oder will es nicht verstehen, welche Lebensmittel ich aus welchen Gründen esse -oder eben nicht. Dass das Thema „milchfrei“ nicht wegen einer etwaigen Laktoseintoleranz auf den Tisch kam, wird übergangen: Ich bekomme trotzdem laktosefreie Schoki zu Ostern… „Und Honig? Da ist doch kein Tier dran…. Jetzt übertreib mal nicht…“

    Da ich nicht aus geschmacklichen Gründen auf Fleisch verzichte und ich gerade im ersten Monat der Umstellung gemerkt habe, wie sehr es mich manches Mal nach Würstchen gelockt hat, finde ich es super, dass es Alternativen gibt. Es sollte -besonders, da ich faktisch aus Nachhaltigkeitsgründen überhaupt auf Tier verzichte- nicht allzu häufig auf den Tisch kommen; das ist ganz klar. Aber es ist halt immer noch die bessere Alternative sich das Tofu-Würstchen zu schnappen, als das Bockwürstchen aus dem Glas beim Discounter zu kaufen.

  2. Ein sehr schöner Artikel!
    Ich kann gut verstehen, dass viele Menschen blöde Sprüche gegenüber Veganern machen, wenn ich mir überlege, wie oft schon meine Art, Fleisch zu essen, stark niedergemacht wurde. Ich esse nämlich nur meine eigenen Tiere, da ich dann weiß, dass ihr Leben schön war und sie kein unnötiges Medikamentengedöns bekommen haben… (aber das hat jetzt auch ein Ende, weil es keine Tiere mehr gibt, die gegessen werden könnten… daher werde ich jetzt Vegetarier)
    Ich interessiere mich eigentlich sogar recht doll für die vegane Lebensweise, weil ich damit selbst noch keine Erfahrung habe. Also lese ich viele Blogs, die veganes Leben anpreisen oder eben dokumentieren. Auch wenn ich im normalen Leben Veganer treffe, unterhalte ich mich gerne mit ihnen.
    Ich akzeptiere eigentlich sowohl Veganer als auch Fleischesser – nur was ich nicht mag, ist wenn keine Rücksicht auf die Umwelt genommen wird (Billigfleisch, importiertes Obst, dass eben gerade bei uns nur keine Saison hat).
    Liebe Grüße

  3. Frohe Ostern 🙂

    Dieses Vegan-Bla geht mir ehrlich gesagt total auf den Senkel. Sowohl von anderen Veganern, als auch von Nicht-Veganern. Nicht-Veganer meinen mir immer sofort aufzeigen zu müssen, wenn ich mal einen (noch alten) Leder-Bootie trage, Veganer wiederum wissen es auch immer besser und finden auch sofort immer einen Hinweis darauf, dass ich nicht 100% konsequent vegan bin.

    Ich finde es so lächerlich und nervig. Worum geht es dabei eigentlich? Ich dachte, es geht darum, das Tierleid zu mindern. Und alle, die sich darum halbwegs kümmern und irgendetwas in ihrem Leben DESWEGEN verändern, sollten doch an einem Strang ziehen. Und nicht mit dem Finger auf andere zeigen, wer es wie besser oder schlechter macht. Sehr schade.
    Ginni kürzlich veröffentlicht…FrühlingsbotenMy Profile

  4. Das Bild ist so cool. 😀
    Mir gehen solcher „Zeigefinger Menschen“ auch auf den Nerv. Wenn jemand sagt, dass ihm Tier und Umwelt egal sind, dann kriegt er von mir natürlich auch einen passenden Spruch.
    Aber wenn man offensichtlich bereit für Veränderungen ist und mit gutem Beispiel voran geht, sind diese Bohrer einfach nur nervig und schrecken ab, als das sie was bewirken.

  5. Zu Beginn meiner Zeit als Veganer konnte ich nie verstehen, dass sich Veganer ständig über blöde Kommentare von Fleischkonsumenten aufregen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt mehr Veganer, die sich über blöde Kommentare aufregen, als Menschen, die blöde Kommentare abgeben. Das hat sich allerdingns nach einem Jahr vegan sein definitiv geändert (auch wenn es zumindest auf Facebook relativ still geworden ist, da ich aber auch einfach alle Menschen die für bullshit auf meiner Startseite gesorgt haben, entfernt habe…) .

    Was die Fleischalternativen angeht, fällt mir sofort wieder der Spruch: „ich verstehe nicht warum Vegetarier Fleisch imitieren“, sagte er und schob sich eine Haribo Himbeere in den Mund.

    Und genau wie du sagst Fleisch ist leider lecker und ich konsumiere keine tierischen Produkte, weil ich 1. keine Tiere töten, 2. Tiere möglichst nicht ausnutzen möchte. Wenn ich meine Sojabohnen wie Fleisch Würze und zu einem Bürger geformt zwischen Zwei Brötchen lege, weil let’s face it , die Bohnen würden runter rollen, dann tut das keinen Tier weh, nur dem fleischfresser-Mensch-Tier und damit kann ich leben.

    Ich wünsche dir noch sehr tierfreundliche und blöde-Kommentar-freie Ostertage 😀
    Teresa kürzlich veröffentlicht…What I Ate Wednesday #6 Hauptsache süßMy Profile

    1. Ja, ist immer wieder faszinierend, wie emotional das Thema Nahrung behaftet ist.
      Fast jeder meint, seinen Senf dazu abgeben zu müssen.
      Ruhig stellen kann man jemanden meist nur mit: „Allergie und Unverträglichkeiten“, „Schmeckt mir nicht“… aber hast Du Dir eine bestimme Ernährungsweise angeeignet, polarisierst Du. 😉
      Wäre es etwas anderes, man würde sagen: „Ich esse kein Fleisch, keine Eier, trinke keine Milch“ anstatt: „Ich ernähre mich vegan???“ Hmmmmm… 😉

  6. Hola,
    schöner Beitrag, damit hatte ich mich früher auch immer befassen müssen, gerade im Kreis der Familie.

    Ich meinte dann meistens, „Sie quatschen mir ins Essen“ mit einem leicht süffisanten Lächeln,
    somit waren viele scheindiskussionen dann auch zu ende.

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